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Drei japanische Kurzgeschichten (1. Mai 2005)

.. oder: aus Alt mach Neu? Geht nicht!

Erstens: Der Akku
Ich erinnere mich noch gut an den Kommentar des Fotohändlers, als ich mir meine Digitalkamera gekauft habe: "Diese Kamera ist ausgezeichnete Qualität. Weil die Bedienungsanleitung und Menüführung aber nur in Englisch und Japanisch sind, verkauft sie sich in Deutschland schlecht und deshalb der billige Preis".
Die Kamera funktioniert auch einwandfrei, der einzige Nachteil: die Akkus geben immer ziemlich schnell den Geist auf und außerdem verliere ;-) ich sie ständig, so dass ich laufend neue kaufen muss... in Deutschland ist das kein Problem, in Taiwan war es auch kein Problem. Inzwischen bräuchte ich schon wieder einen neuen, aber schliesslich bin ich ja in Japan! Und habe eine japanische Kamera. Es sollte also kein Problem sein, einen passenden Akku hier aufzutreiben.
Das erste Elektronikgeschäft: "Sorry, we don't have it". Der erste Fotoladen: "Sorry, we don't have it". Der dritte, vierte und fünfte Versuch: "Sorry, we don't have it".

Zweitens: Die Pentax-Kamera
Papa hat eine Pentaxkamera, nur leider ist der Verschluss kaputt... aber man ist ja in Japan, Pentax eine japanische Firma. Hiroshima eine Großstadt. Da sollte es doch möglich sein, eine neue (oder gebrauchte) Kamera aufzutreiben, auf der die alten Objektive passen! Die erste Nachfrage bei dem Hafenmeister, wo denn ein gutes Fotogeschäft wäre: typisch japanisch. Fünf Männer, die sich über einen Stadtplan beugen und schließlich auf eine Straßenecke zeigen. Immerhin liehen sie Papa gleich noch ein Fahrrad, so dass er hinfahren konnte, aber: Fehlanzeige. Der Laden ist auch nur ein typischer Fuji-Kiosk.
Nagut, fahren wir halt in die Innenstadt, da muss es doch ein großes Kaufhaus mit einer Fotoabteilung geben... ja, die gibt es. Es gibt auch Pentax-Kameras. Allerdings alle nur digital und teuer. Ausserdem will Papa doch eine Kamera mit Filmen. Geht nicht, gibt's nicht. "Sorry, we don't have it".

Drittens: Die Telefonkarte
Es ist sowieso schon mehr als verwunderlich, dass es hier zwar Telefonzellen (wenn auch nicht viele!) gibt, aber davon nur die Hälfte für internationale Gespräche tauglich sin. Per Münzen ist es schweineteuer, aber man hat ja Telefonkarten... und weil man ja jemanden kennt, der ein Jahr in Japan war, hat man auch eine Telefonkarte, die man aufladen kann und billig ist. Zugegebenermassen, erst mal war ich zu blöd, die Telefonkarte auch nur zu benutzen, außerdem war kein Geld mehr drauf. Aber es steht ja auf der Karte drauf, dass man sie in bestimmten Supermärkten aufladen kann. Tja. Fehlanzeige. Bisher hieß es überall "Sorry, not possible".

... ich glaube, in diesem Land gibt's einfach nur neue Dinge. Reparieren oder Auswechseln ist nicht denkbar.

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