Hallo alle zusammen,
dieser Brief kommt noch aus dem Internet-Cafe....
den nächsten kann ich dann hoffentlich schon aus meiner Arbeitsstelle schreiben.
Da werde ich am Montag anfangen (Arbeitszeit 8.30 bis 18.45!!) und ich habe jetzt schon das Gefühl, dass da alles sehr sehr anders wird als letztes Jahr in Popoy auf der Missionsstation.
LARA BISCH, mein "Arbeitgeber" ist ein ziemlich großes Unternehmen, das aller Art Schreibwaren herstellt, importiert und schließlich weiterverkauft.
Die Eigentümer sind Deutsche, ebenso der Geschäftsführer und noch einige andere Angestellte. Alle sehr sehr nett. Heute morgen wurde ich allerdings nur durch das ganze Haus geführt und allen vorgestellt...
UND mir wurde gesagt, was ich denn nun eigentlich die nächsten Monate tun soll. Bis jetzt gibt es ein Computersystem, das aber noch nicht so ganz ausgereift ist - einige Produkte haben mehrere Codes, andere Codes sind wieder zwei Produkten zugeordnet... ICH (!!!) soll jetzt für jedes Produkt eine schöne eindeutige Abkürzung finden und schließlich das ganze dem Computer zum Fressen geben. Oder so - viel mehr weiß ich ja selber noch nicht - werde aber hoffentlich nächste Woche mehr wissen.
Mein Chef ist nächste Woche natürlich verreist und ich werde ziemlich auf mich alleine gestellt sein - Bolivien eben! :-)
An "Klee" erinnern sich übrigens noch einige - zumindest wissen die meisten noch, dass es da doch mal einen Lehrer an der deutschen Schule gab. Die Welt ist schon klein...
Bolivien hat für mich schon in Miami am Flughafen angefangen:
Ich durfte natürlich nicht einfach in der Transit-Zone bleiben und 8 Stunden auf meinen Flug warten... ich musste ganz offiziell für den halben Tag in die USA einwandern (immerhin vergingen so eineinhalb Stunden und ich habe jetzt noch einen schönen Stempel im Pass).
Dann gab es ein Problem beim Wieder-Einchecken weil mein Gepäck ja schon von Frankfurt aus nach La Paz durchgeschickt wurde... aber schließlich und endlich kam ich an mein Gate und wollte dort wissen wo ich sitze (das konnten sie mir dann doch nicht mehr sagen) und dann stellt sich heraus dass das Flugzeug absolut überbucht und voll ist und sie dringend 10 Passagiere brauchen, die erst einen Tag später fliegen. Ich bin aber doch noch mitgekommen.
Schließlich quatscht mich 10 Minuten vor Abflug ein Mädchen an und fragt mich, ob ich nicht für ihren Bruder zwei Flugtickets mit nach La Paz nehmen kann...sie hatte die Tickets gekauft aber brauchte nun dringend jemanden, der die Tickets überbringt. Naja, ganz unbolivianisch war dann bei meiner Ankunft tatsächlich einer mit einem "Edith Klee"-Schild und wollte die Tickets. :-)
[..sorry wegen der vielen Fehler - aber erstens muss ich mich an die spanische Tastatur gewöhnen, zweitens werde ich grade von drei kleinen Jungs über meinen "novio" ausgefragt :-)]
Ansonsten war der Flug ganz okay...das Essen in der Lufthansa-Maschine erträglich (Ruth, ausführlicher Bericht folgt!!) und der eine Steward wirklich gutaussehend. :-)
In La Paz landeten wir leider bei Nacht... also nix schöne Aussicht.
Dann erst mal Essen, Schlafen, Essen. Nachmittags habe ich noch bei der AHK vorbeigeschaut (da gibt´s lauter nette deutsche Praktikanten...) dann weitergeschlafen. Irgendwann nachts wurde das Essen der Kloschüssel übergeben... den ganzen Tag über hatte ich wirklich gedacht, ich würde die Höhe diesmal besser überstehen. Aber denkste! Heute morgen war ich allerdings wieder fit.
Ich wohne äußerst komfortabel: eigenes Zimmer in einer riesen Wohnung, fließend warm Wasser, Dusche... und meine Gastgeberin lässt mich tun und lassen was ich will. Kalt ist es trotzdem - man merkt schon, dass hier Winter ist, Heizung unbekannt und ich von den letzten Wochen anderes gewohnt bin. Bin ich allerdings draußen und laufe durch die Stadt wird mir sofort warm: erstens weil die Sonne scheint, zweitens weil es hier nur bergauf geht, drittens weil es wegen der Höhe keinen Sauerstoff gibt.
Heute Abend werde ich mich wahrscheinlich noch mit ein paar anderen Praktikanten treffen - am Wochenende dann endlich die nötigen Bekannten-Freunde-Überhaupt-Besuche machen. Bin mal gespannt wie viel ich wieder werde in mich reinstopfen müssen - und mein Schokoladenvorrat wird sich ebenfalls dementsprechend dezimieren.
Bienvenido en agosto!
Wenn man auf 5000m Höhe einem wildfremden Menschen begegnet, der einem (sobald man seinen Namen gesagt hat) dann erzählt:
"Ach, ich wusste schon, dass sie da sind und ja natürlich, an ihre Eltern kann ich mich auch noch erinnern..."
...da könnte man ja schon irgendwie ins Rätseln kommen - aber das ist eben Bolivien und vor allem die "deutsche Kolonie".
Für alle, denen es was sagen sollte: der Mensch hieß "Stamer" oder so ähnlich und wohnt hier seit 40 Jahren.
War übrigens wunderschön da oben auf dem Chacaltaya.
Bis auf ca. 5200m fährt man auf einer schönen Stolperstrasse mit ganz vielen Abhängen mit dem "Bus", danach geht's zu Fuß weiter auf 5345m... einige sind gleich nach 20 Metern wieder umgekehrt, weil sie aus Mangel an Sauerstoff nicht mehr konnten. Ich fand's aber gar nicht so schlimm und wenn man nur langsam genug gegangen ist konnte man es schon schaffen.
Obwohl es schweinekalt, windig und teilweise bewölkt war: die Aussicht auf die umliegenden Berge, nach La Paz und bis zum Titicaca-See war einfach herrlich!
Leider liegt um diese Jahreszeit nicht genug Schnee... sonst wäre ich glatt auf der höchsten Skipiste der Welt Skifahren gegangen. Die Piste liegt auf einem Gletscher und ist vielleicht 700m lang - aber schön steil und so eine Art Lift gibt es auch. Es heißt aber, dass viele schon bei dem Lift scheitern, weil es nur ein Stahlseil mit irgendwelchen Haken ist.
Kurz saßen wir dann noch der Hütte und tranken unseren "Mate de Coca" (ja! Coca, da könnte irgendwann auch Kokain draus werden!) der ja so gut gegen die Höhenkrankheit wirken soll... erst im Bus habe ich dann gemerkt, dass es doch nicht so unanstrengend war!
Obwohl eigentlich nur europäische Touristen (oder auch einige Praktikanten!) anzutreffen waren, haben sich doch alle auf Spanisch unterhalten... das konnten sowohl Deutsche, Holländer, Italiener als auch Schweizer!
Um das gleich mal vorweg zu nehmen: ich bringe keine Coca-Blätter nach Deutschland mit! Es gibt sie zwar an jeder Ecke zu kaufen und sehr teuer ist es auch nicht - aber mir ist echt das Risiko zu groß, dass ich deshalb am Flughafen Zoff bekomme. Obwohl's wirklich Schwachsinn ist, in Deutschland gilt Coca nunmal als Droge. Aber wer weiß.... nach drei Monaten exzessivem Coca-Tee-Genuss bin ich ja wirklich drogenabhängig?? :-) :-)
Samstag war hier in La Paz "Entrada Universitaria": alle (??) 52 staatlichen Universitäten bzw. besser Fakultäten sind durch die Stadt gezogen und haben sich mit einen typischen bolivianischen Tanz repräsentiert.
Und davon gibt's etliche und jeder Tanz hat natürlich auch seine ganz bestimmten Kostüme: die einen kommen als Kühe verkleidet, "Morenadas" haben unbeschreibliche "Panzer" aus Pappe (??) verziert mit allem möglichen Firlefanz und dazu noch eine meist sehr fantasievolle Maske, ebenso der "Diablada" wo die Tänzer zum Teil sehr furchterregende Masken aufhaben.
Jede Gruppe bestand aus mindestens 30 - 50 Tänzern (manche hatten sicher 200...) und mindestens einer "banda" (mit ein paar Ausnahmen nur Blechbläser und Schlagzeug!).
Das ganze dauerte von morgens um neun bis wahrscheinlich Abends um 11 Uhr. Wir sind um ca. 12 Uhr angekommen (es dauerte eine Weile bis wir einen akzeptablen Platz ergattert hatten!) und gingen um acht Uhr abends... und die ganze Zeit bloß Tänze angucken!
Neben den vielen Tänzern gab es noch ungefähr genauso viele Straßenverkäufer die alles von Zuckerwatte über gebratene Hühnchen, Bier, Luftballone, Süßigkeiten, Zigaretten, Kaffee, Kuchen und Eis abgeboten haben. Es versucht wirklich jeder mit irgendwas Geschäft zu machen. Einen Sitzplatz bekam man natürlich auch nur gegen Bezahlung.
Zumindest habe ich jetzt einen guten Überblick über die vielen verschiedenen Tänze bekommen... und viele Fotos gemacht!
Nach einer Woche Arbeit war Freitag Abend erst mal Feiern angesagt: erst Pizza + Glühwein mit den Nachbarn, dann bin ich mit den Nachbarskindern (beides Studenten) auf eine Fete in ihrer alten Schule gegangen...
Nein, stop, halt: erst waren wir auf der 5-Jahres-"Reunion" von Diego - da wurde sich schon mal ein bisschen innerlich aufgewärmt (aufgepasst an alle Heim-D-Bewohner: hier gibt's Jelly Shots!!!), was auch ganz gut war da die Fete ihrer Schule im Freien war.
Dort bin ich natürlich als "gringita" gleich aufgefallen und wurde so nicht nur allen ehemaligen Klassenkameraden vorgestellt, sondern auch einigen Lehrern. Nach ein paar Spielen "Chanchita" (Kicker) und vielen Runden über den Schulhof traten schließlich die "P-K-2" auf - die derzeit angeblich populärste Gruppe in La Paz. Ab dann wurde getanzt. Wie so Schulfeten immer sind, war die also auch "schnell" vorbei, aber zum Glück gibt's ja noch viele andere Kneipen und Discos in La Paz. Ich kam jedenfalls sehr früh heim.
Mal abwarten, was nächstes Wochenende alles auf mich wartet...Dazwischen wieder eine Woche arbeiten... aber den "theoretischen" Teil habe ich fast fertig... langsam kann ich mich an die wirklich Umstellung dieser Produktbeschreibungen machen - ich befürchte nur, dass das gar nicht so unaufwendig wird: es sind schließlich über 5000 Produkte. Mal sehen!
Hola a todos!
Ich sitze grade in der "Arbeit" und ärgere mich, warum ich nicht noch zwei Tage länger in Popoy geblieben bin: hier hätte das niemanden gestört. Mein Chef hat "mein System" noch immer nicht genauer angeschaut und also kann ich damit auch noch nicht weitermachen.
Ja, ansonsten gibt´s grade nix spannendes zu tun... letzte Woche durfte ich allerdings 163 kleine Pakete mit Schulheften, Bleistiften und sostigem Schulkram zusammenpacken, die wir dann am Freitag vormittag einer neugegründeten Schule überreicht haben.
Die verschiedenen Lions-Clubs hier in La Paz hatten die Schule mehr oder weniger aus eigenen Mitteln und Spenden gegründet und aufgebaut und fragte uns nun ebenfalls nach einer Spende. Das Dorf, wo die Schule gebaut worden ist, befindet sich unterhalb der Kante vom Alto Richtung Süden (falls das jemandem was sagen sollte) wirklich sehr sehr abseits von La Paz - und außer einer schönen Aussicht auf La Paz und Illimani, dünner Luft und Ziegelbrennereien gibt´s da wirklich fast gar nichts.
Um so schöner war es zu sehen, wie sich die ganzen Kinder über unsere Sachen und die Schule überhaupt gefreut haben. Ich glaube in Deutschland könnte man kein Kind mehr mit drei Heften, zwei Bleistiften und Kugelschreibern, Wachsmalkreiden, Spitzer und Radiergummi begeistern!!
Auch das Zusammenpacken der Tüten war schon wieder eine Erfahrung wert: Mal abgesehen davon, dass es zunächst einen halben Tag gedauert hat bis ich jeweils EIN Exemplar aus dem Lager hatte und es dann noch einen halben Tag dauerte bis sie jeweils 163 Stück von allem aus dem Lager rausgesucht hatten... wie ich dann unten im Lager stand und anfing die Tüten zusammenzupacken halfen mir wirklich alle Arbeiter die grade nix anderes zu tun hatten und so hatten wir unseren Spaß - vor allem als am Schluss dann genau ein Radiergummi fehlte!!!
Naja, meinem Chef war es egal ob ich Dienstag oder Mittwoch (Montag war sowieso Feiertag weil schließlich war am Sonntag 6 de Agosto, Nationalfeiertag!!) wiederkomme.
Eigentlich wollte ich ja mit einem anderen Praktikanten zum Wandern gehen, aber der hatte anscheinend dann doch keine Lust mehr, also entschloss ich mich kurzerhand übers Wochenende nach Popoy zu fahren!
Wem das nichts sagt: das ist die Missionsstation auf der ich letzten Sommer drei Monate verbracht habe.
Ich hatte schon zwei Tage davor mit dem Padre gesprochen, da er grade in La Paz war und da hatte mich dann irgendwie das "Heimweh" gepackt - und auch wenn es verrückt ist wegen zweieinhalb Tagen sich einmal 12 Stunden (beim runterfahren) und noch einmal 16 Stunden (beim rauffahren) in die Flota zu setzen! Aber was soll's...
Runterwärts haben wir ja bloß mal wieder so lange gebraucht, weil diesmal zwar weder Motor, noch Kupplung, noch Licht, noch Hupe kaputt war, dafür aber das Gaspedal! So mussten wir alle paar Kilometer immer mal wieder anhalten und das ganze in Ordnung bringen. Eine Stunde vor Ankunft dann mussten wir noch mal hinter einem Laternenumzug (5 de Agosto!!) hertrödeln und weil die Flota nicht bis Popoy durchging musste ich in Palos Blancos dann noch mal warten bis mich eine Camionetta (so eine Art Kleinlaster mit offener Ladefläche, man selbst steht natürlich auf dieser!!) mitnahm. Aber allein diese Fahrt war schon wie "heimkommen", vor allem weil ich mit der Camionetta fahren "musste"...
In Popoy angekommen, war auf der Cancha (Fußballplatz) noch Fete wegen 5 de Agosto (6 de Agosto ist zwar der eigentliche Feiertag, gefeiert wird aber am 5. und 6. August. Und am 7. wird ausgeruht)...
Ich konnte wirklich keine fünf Meter laufen ohne dass mich nicht gleich wer erkannt und begrüßt hätte - und das obwohl die Internos (also das Internat) schon lange zu Hause waren :-).
Als ich dann vor der Tür des Mädcheninternates stand wollte mir erstmal keiner glauben, dass es tatsächlich ich bin: "Quien es??" - "La Edith!!!" - "QUIEN? No es la Edith!!". Als sie sich dann aber doch mal aus ihren Betten bequemt hatten und mich sahen war die Überraschung groß! Es wussten zwar alle, DASS ich VIELLEICHT IRGENDWANN kommen würde, aber damit gerechnet hatte eigentlich keiner. Noch viel größer war die Überraschung am nächsten Morgen als mich dann wirklich alle sahen - ui ui ui, da gab's einige wirklich sehr erstaunte Gesichter!
Sonntag verging dann auch wie im Flug: angefangen mit dem obligatorischen Marsch durch das Dorf, danach Aufmarsch vor dem "Vaterlandsaltar", am Nachmittag dann allerlei Tänze und sonstige Vorführungen von den Schülern... und es war einfach herrlich sich mit den ganzen Leuten wieder zu unterhalten und seinen Spaß zu haben, alte Geschichten aufzuwärmen und ach ja.
Montag sollte zwar "ausgeruht" werden, aber eigentlich war es so wie immer... am Morgen Gottesdienst, viel Ratschen, dann haben wir Hermana Juana verabschiedet da sie gerade dabei war zu verreisen (und ich bleibe dabei: das beste Huhn gibt's in Bolivien!!), danach habe ich geholfen Brot zu backen, mehr ratschen mit den Mädls, später Baden im Rio Beni und schließlich am Abend eine große Feier.
Gleichzeitig mit mir waren nämlich noch zwei andere Deutsche da: Melanie, die das ganze letzte Jahr dort gearbeitet hat und Niki, der Melanie für zwei Wochen besucht hat... und Montag Abend wurden wir nun alle "tres alemanes" verabschiedet: zuerst mit einem kleinen Programm bei dem wir dauernd zu irgendwelchen bolivianischen Tänzen aufgefordert wurden (das war vielleicht anstrengend!!), Abschiedslieder und -gedichten und schließlich Tanzen für alle. Es war wirklich nett und ich wollte ja schon gleich gar nicht mehr fahren! Naja, zumindest weiß ich ja, dass ich in ein paar Wochen noch einmal runterfahren werde... wenn es klappt zur Erstkommunion, ein Mädchen hat mich gefragt, ob ich nicht ihre "Madrina" sein will!
Och... es war so schön. Vor allem weil sich wirklich alle sofort an mich erinnert haben und was sie mir nicht alles für Komplimente machten (das können die Jungs hier wirklich gut!!) und ja und sowieso und überhaupt. Einige Jugendliche, diejenigen die letztes Jahr ihre "Promoción" hatten, habe ich leider gar nicht mehr getroffen!
Dienstag Vormittag war wieder Schule angesagt - und ich habe mich mal wieder ausführlich mit meinem ehemaligen "Lehrer-Kollegen" Eduardo unterhalten... die Flota fuhr dann aber leider schon um halb zwei und da blieb grade noch Zeit sich schnell von allen zu verabschieden.
Aber, surprise surprise, die Flota auf dem Rückweg hatte nicht eine Macke!! Kein Platten, kein Motorschaden, gar nichts!!! Ich war vollkommen platt... wir waren sogar so schnell, dass wir in Yolosa drei Stunden warten mussten bis wir auf "die gefährlichste Straße der Welt" durften - die darf ja zum Glück inzwischen nur noch einspurig befahren werden, was nicht heißt, dass es nicht trotzdem haufenweise Unfälle gibt: vor zwei Wochen ist ein Camión (Lastwagen) abgestürzt: 20 Tote. Niki war zufällig zur gleichen Zeit unterwegs und hat alles mehr oder weniger mitbekommen.
Schon heftig, aber es ist nunmal die einzige preiswerte Möglichkeit nach Popoy zu kommen. Trotzdem ist das mal wieder typisch Bolivien: eigentlich gibt es schon seit einigen Jahren einen anderen Weg, für den extra ein paar Brücken gebaut wurden - es fehlt genau noch ein Tunnel, dann müsste man nie wieder diese Straße befahren: aber wie das hier eben so ist, kann das noch Jahre dauern.
Sodala! Jetzt ist schon wieder meine Mittagspause vorbei und ich eigentlich immer noch nix zu tun, außer Briefe schreiben! Hasta proxima ves, nos escribimos! Muchos abrazos y saludos mando a ustedes!! (ey, wenn des jetzt Spanisch ist!! Ich hatte doch grade Unterricht!!)
ps. wisst ihr eigentlich schon, dass es mir hier sooooo gut geht?!? ;-)
Hola chicos, hola chicas!
Es ist drei Grad wärmer geworden! Heute hatte es auf dem Thermometer am Prado schon neun Grad... in der letzten Woche stand da zur gleichen Zeit immer noch sechs Grad! Na, wenn das nichts ist! Irgendwann werde ich doch noch mit dem T-shirt durch La Paz laufen können.
Dafür war am Wochenende das erste Mal so richtig schlecht Wetter: und ich war auf der Isla del Sol (Sonneninsel!).
Ich hatte mich Freitag Mittag doch relativ kurzfristig entschlossen meinen Rucksack zu packen und einen Abstecher nach Copacabana und Titicacasee zu machen... Flotas ("Busse") fahren ja stündlich von La Paz weg, ich musste mich also nur noch von einem Taxi zum Abfahrtsort fahren lassen.
Obwohl ich alleine unterwegs war, war es einfach herrlich... ich werde noch richtig zum Alleine-Reisen-Fan. Vor allem weil man ja niemals "alleine" ist, erst recht nicht an einem so touristischen Ort wie Copacabana.
Freitag Abend bin ich in die Kirche von Copacabana (Nationalheiligtum!!) - natürlich habe ich ganz ganz viele Kerzen für euch alle angezündet. In der Kapelle habe ich dann eine peruanische Familie kennengelernt, die mich gleich mit zum Gottesdienst mitgenommen hat... ich bin da zwar als gringita ziemlich aufgefallen, aber war trotzdem eine schöne Erfahrung.
Danach noch "trucha" (Forelle, im Titicacasee gibt's die angeblich größten Seelachsforellen der Welt!) in einem kleinen Restaurant und schließlich ausruhen für den nächsten Tag:
Samstag bin ich um acht Uhr morgens losgelaufen... eigentlich wollte ich nach Yampupata (der Punkt am Festland, der der Isla del Sol am nächsten ist) um mich von dort dann auf die Insel übersetzen zu lassen - nach dem ich eine oder zwei Stunden gelaufen war, holte mich eine Gruppe von 15 deutschen Trekking-Touris (20 Tage Südamerika 7000 Mark!!!!) ein.
Eigentlich habe ich mit so Leuten ja gar nix am Hut, allerdings war der bolivianische Führer ziemlich witzig. Falls es irgendjemandem was sagen sollte: er heißt Luis Cruz Avaragua (oder so ähnlich) und hat 1968 sein Abitur am Colegio Aleman in La Paz gemacht und ist danach wegen der Diktatur vom Banzer nach Wien und Deutschland zum studieren ausgewandert. "Klee" sagte ihm ausnahmsweise mal nichts, aber ein paar andere Namen kannte er natürlich, unter anderem kennt er Lotte, die ehemalige Lehrerin bei der ich wohne!
Mit ihm hatte ich dann meinen Spaß und nach einer halben Stunde war ich schon seine Tochter... :-). Ein bolivianischer Papi ist doch auch nicht schlecht, oder?
Der deutsche Reiseleiter der Gruppe studiert übrigens in Pasing Tourismus (Sunny!!), und hat in Costa Rica einen ausgewanderten Hauptschullehrer aus Piding, bzw. Reichenhall kennengelernt: Heini Paukner, sagt das irgendwem was?? Noch einer aus der Gruppe kam aus Merzig, die Saarländer sind also auch weltweit vertreten: auf der so kleinen Welt!!
Die Gruppe hat mich dann jedenfalls auf ihrer Wanderstrecke mitgenommen und mich dann auch mit ihrem Schiff auf die Isla del Sol übergesetzt - ohne dass es mich irgendwas gekostet hätte!
Dort angekommen bin ich zur nächsten Ortschaft und habe mir dort erst mal eine Unterkunft gesucht... gleichzeitig mit mir wohnten da auch zwei Globetrotter aus England (Nigel + Paul) und ein Holländer Michael. Mit denen hatte ich dann am Nachmittag noch meinen Spaß und vor allem Abends als wir in der Saukälte fast zwei Stunden auf unser Abendessen warten
mussten! Zumindest war es so frisch gekocht und wirklich gut.. wenn auch etwas kärglich, was auf der Insel aber durchaus verständlich ist. Schließlich muss alles da erst mal hingeschafft werden.
Für den nächsten Morgen hatten Nigel und ich uns fest vorgenommen den Sonnenaufgang über "Lago Titicaca" anzugucken und stellten uns extra unsere Wecker auf halb sieben. Leider überraschte uns dann aber ein Gewitter und schlechtes Wetter, so dass man am Morgen den Sonnenaufgang hinter den Wolken nur vermuten konnte. Auf den höheren Gipfeln um uns rum hatte es sogar geschneit!!
SUNday on the island of the SUN in the hostal "Imperio del SOL"!!
Das Wetter wurde und wurde nicht besser und Michael kapitulierte schließlich und fuhr mit dem Schiff um elf Uhr morgens zurück nach Copacabana. Wir restlichen drei Seelen blieben optimistisch und wurden dann Mittags tatsächlich mit Sonnenschein und blauem Himmel belohnt... so konnten wir doch noch einen kleinen Spaziergang auf einen der höheren
Gipfel (4024 Meter) machen und die Aussicht genießen. Der Titicacasee ist einfach schön und manchmal möchte man meinen, dass es vielmehr ein Meer anstatt ein See sei!
Wandern auf 4000 Meter war mal wieder gar nicht so unanstrengend - oder zumindest merkt man, dass man sich nicht auf Normalnull fortbewegt!
Nachmittags sind wir dann mit dem Schiff zurück nach Copacabana... leider konnte ich nicht mehr Nigels Geburtstag mitfeiern, da ich noch nach La Paz zurückmusste. Aber vielleicht holen wir das nächstes Jahr nach: wir haben ausgemacht, dass wir uns dann in China treffen! Die Chancen stehen ja nicht schlecht... sooft wie ich irgendwelche Leute treffe, die wieder Leute kennen die ich kenne!
Jetzt ist schon wieder der Anfang der Woche vorbei und ich könnte mir langsam Gedanken machen, was ich am nächsten Wochenende mache... vielleicht könnte ich aber auch einfach mal wieder in La Paz bleiben und Leute besuchen. Allerdings ist Reisen hier einfach so billig - das ganze letzte Wochenende hat mich ca. 150 Bolvianos gekostet, das sind umgerechnet etwa 50 Mark!!! Insgesamt 7 Stunden Busfahrt, zwei Übernachtungen, zwei Mal
Abendessen, zwei Mal Frühstück, Bootsfahrt, Getränke...
Oder ich könnte mich auf die Strasse stellen und warten bis mich jemand zum Essen einlädt. Langsam überlege ich mir wirklich, ob ich mir nicht einen imaginären Freund anschaffe... gestern laufe ich ganz normal auf der Strasse entlang bis mich "aus Versehen" ein 25jähriger Typ anrempelt und dann ganz zufällig mit mir zum Quatschen anfängt. Wenn ich nur nicht immer so ehrlich wäre und alle Fragen wahrheitsgetreu beantworten würde - interessieren würde mich allerdings schon, ob er sich noch dran erinnert, dass er sich heute mit mir verabredet hatte! ;-)
Und sowas passiert mir wirklich ständig!! Und es ist nicht so, dass das irgendwelche abgefahrenen Typen wären - die meisten haben Anzug an und arbeiten angeblich in der Uni oder sonstwo.
Muchos saludos de La Paz!
Hola! Buendia! Buenas Noches!
Vielleicht hätte ich doch Simultanübersetzen studieren sollen?!? Oder gleich Tourismus?
Weil's dort so schön ist, machte ich dieses Wochenende noch mal einen Abstecher zum Titicacasee, Copacabana und der Sonneninsel.
Samstag Morgens fuhr ich mit dem ersten Schiff zum Norden der Insel und da es fast nichts kostet, schaute ich mir zum zweiten Mal das Muserum an und machte anschließend auch die Führung zum "Templo del Sol" mit - ein Tempel, der noch aus der Zeit der Tiwanacu stammt.
Weil die meisten der Gruppe Deutsche, Japaner, Neuseeländer, Engländer...usw. waren, und die allerwenigsten Spanisch verstanden, frage der Führer wer denn sowohl Englisch als auch Spanisch könnte... naja, zwei Sekunden später ernannte er mich zu meiner "secretaria" - übersetzt ihr mal Sagen und Geschichten aus der Zeit der Tiwanacu, Inkas und sonstigen
Kulturen vom Spanischen ins Englische!!
Aber so schlecht kann ich nicht gewesen sein, viele kamen danach noch zu mir und bedankten sich extra!
Und ich könnte euch jetzt über die Geburt von Sonne und Mont, das kosmische Dreieck" (deshalb ist auch der Dollar das einzig wahre Geld...:-)), Manco Kapac (Gründer des Inka-Reiches) und seiner Geburt, den Jungfrauen auf der Isla del la Luna (Mondinsel, aufgepasst: hat ein männliches Wesen so eine Frau berührt, würde er verbrannt!) erzählen.
Ferner habe ich eine neue Theorie erfahren, warum die ganze Welt verdorben ist: früher war der Akt der Liebe eine Zeremonie, bei der das ganze Dorf zugucken durfte, gesungen, gefeiert und getanzt wurde... wenn das nur heute noch so wäre! :-)
Der Führer war aber einfach herrlich - vor allem als er sehr anschaulich darstellte, wie die Inkas die oben genannten Jungfrauen der Sonne opferten: Sie wurden auf den Opfertisch gelegt, an der Brust entlang aufgeschlitzt und an der Seite angestochen. Das Blut wurde von "unschuldigen Kindern" in Gefäßen aufgefangen und an den heiligen Stein (Geburtsort von Manco Kapac) gekippt. Das Herz der Jungfrau wurde rausgeholt und der Sonne dargebracht.
Kurz nach uns kam eine Gruppe von deutschen Schülern aus Neulm/Pfuhl, die ich am Abend davor schon in Copacabana kennengelernt hatte... den zwei Lehrer habe ich dann so viele schöne Sachen über die Tour erzählt, dass sie den Führer gleich anheuerten. Da musste ich dann zum Glück nicht mehr übersetzen, die konnten zum Teil Spanisch und einer von ihnen hat dann den Übersetzer spielen müssen.
Den Rest des Tages habe ich damit verbracht, erst zum nördlichsten Punkt der Insel zu laufen und dann Richtung Süden um dort in einem "Hotel" mit gigantischer Aussicht zu übernachten: auf der einen Seite blickte man Richtung Westen und sah so den Sonnenuntergang und weil das Hotel sich direkt auf dem Grat der Insel befindet... auch nach Osten war die Aussicht herrlich - vor allem die Cordillera war einmal nicht von Wolken verhüllt.
Ich freute mich schon auf den Sonnenaufgang am Morgen und stellt mir extra meinen Wecker - aber anscheinend wird's dort immer schlecht Wetter wenn ich da bin und so konnte man die Farbenpracht hinter den Wolken nur vermuten!
Zumindest hat es nicht geregnet und so konnte ich den Vormittag und Mittag doch noch genießen... eigentlich wollte ich unten an der Küste entlang um den südlichsten Punkt der Insel laufen... irgendwann waren da aber leider nur noch Felswände um die man weder herum noch drüber klettern konnte.
Also blieb mir nichts anderes übrig, als wieder ein Stück zurückzulaufen und dann auf allen vieren zurück auf den Grat zu klettern (hallo Papa, wer hat mir das auf diesen kratzigen Hügeln in Griechenland beigebracht????) und doch oben rum zum gehen.
Davor konnte ich dem tiefblauen klaren Wasser jedoch nicht mehr widerstehen und entschloss mich, ein kurzen Bad zu nehmen. Wassertemperatur ca. 8 Grad.... es erinnerte schon sehr an einen Gebirgsbach auf Korsika!
Um 4 Uhr ging dann wieder das Schiff nach Copacabana und gleich drauf die Flota zurück nach La Paz.
Die Woche vor dem letzten Wochenende verging sehr ruhig...
Montags wurde ich von zwei Amerikanern (die ich in Oruro kennen gelernt hatte) in das wahrscheinlich teuerste Restaurant in ganz La Paz eingeladen... Käsefondue als Vorspeise, danach Fisch, Schokoladenfondue als Nachspeise, Kaffee, die zwei Herren bildeten sich dann noch Zigarren ein... zum Glück musste ich nicht bezahlen! Die anderen aber wahrscheinlich auch nicht... schließlich sind sie bei einer der größten Goldminen-Companies
der Welt angestellt: sie mussten sich fünf Minuten übers Geschäft unterhalten um die Rechnung als Spesen zählen zu lassen... ich war die Dolmetscherin und Führerin für den Abend! :-)
Ferner... war die Woche glaube ich sehr bolivianisch: an einem Tab streikten die Micro-Fahrer ("Omnibus") und alle mussten zu Fuß zur Arbeit gehen oder sind erst gar nicht dorthin gekommen: in der Früh gab's ein paar Straßenschlachten, dazu ein paar Straßenblockaden und viele Taxis fuhren nicht, weil sie Angst hatten, dass sie von den anderen Fahrern attackiert
werden. An einem anderen Tag streikten dann glaube ich die Schüler und marschierten durch die Stadt und am Freitag waren dann die Lehrer an der Reihe... aber mir fällt sowas gar nicht so auf - es stehen sowieso immer so viele Polizisten rum (für was keine Ahnung, ABS-Maßnahmen vielleicht!), da fallen einem die paar mehr eigentlich auch nicht auf! Als die Fahrer streikten war es eigentlich sehr angenehm in der Innenstadt: so wenig
Verkehr!!
So! Wieder genug erzählt - und wahrscheinlich auch mein letztes Rund-Email für mindestens zwei Wochen. Diese Woche ist die letzte von meinem Praktikum, Freitag oder Samstag fahre ich nach Popoy, bleibe da zwei Wochen, bin dann wieder zwei Tage in La Paz bevor ich ca. 10 Tage nach Sucre+Potosi fahre.
Und dann komme ich ja schon wieder nach Deutschland... schluchz heul! ;-)
Bis dahin muchos muchos saludos!
Hola!!!!
Es hat sich mal wieder bewahrheitet:
"En Bolivia todo es posible pero nada es seguro"
Statt zwei Wochen bin ich über drei Wochen in Popoy geblieben und musste meine Reise nach Sucre und Potosi leider sein lassen...
zwei Tage nachdem ich in Popoy angekommen war, gingen Lehrer, Cocaderos und Indios auf die Straße, blockierten diesselben und legten so den gesamten Fernverkehr ind Bolivien lahm. Da es hier meist nur eine Straße in jede Richtung gibt, ist dad gar nicht schwer - und wenn solche Straßenblockaden drei Wochen anhalten, können die Konsequenzen ganz schön extrem sein!
Ins Tiefland gelangten praktisch keine Produkte mehr, in Palos Blancos, wo alles für Popoy eingekauft wird, herrschte absolute tote Hose. Es gab weder Benzin, noch Gas, noch Mehl und am allerschlimmsten: kein Gemüse!
Allerdings hatten wir noch Glück, denn trotzallem wird in Popoy und Umgebung genug angebaut (Platanos!) um so über die Runden zu kommen.
Viel schlimmer war die Situation in La Paz und den anderen Städten, wo es nicht einmal mehr Fleisch gab und wenn, dann nur zum dreifachen Preis.
Die Straßenblockaden liefen natürlich auch alles andere als friedlich ab - vor allem in Achacachi und in der Chapare-Region um Cochabamba gab es einige Tote (insgesamt 7) und viele Verletzte.
Die Lehrer streikten, weil sie freies Essen forderten, die Coca-Farmer wehren sich gegen die staatliche Drogenpolitik, die einen Großteil der Coca-Anpflanzungen vernichten will.
Popoy und noch ein paar andere Schulen sind wohl die einzigsten, die dieses Schuljahr (es endet diese Woche) normal zu Ende gebracht haben. Allerdings ist die Escuela und das Colegio dort auch halb-kirchlich und die Lehrer bekommen sowieso ihr Frühstück, Mittag- und Abendessen umsonst... sie haben also schon das, was die anderen fordern!
Ich weiß ja nicht, ob von dem ganzen Trara auch irgendwas durch den Nachrichtendschungel nach Europa gelangt ist, die Situation war aber schon recht brenzlig und die Regierung war kurz davor den Ausnahmezustand auszurufen!
Ich habe von dem Chaos trotzdem recht wenig mitbekommen, nur eben, dass ich nicht wie geplant noch nach Sucre reisen konnte und schon die Befürchtung hatte, ich müsse mit dem Flugzeug von San Borja aus nach La Paz zurückkehren. Dieses Wochenende konnten sie sich dann doch einigen und seit Sonntag fahren wieder Flotas und Caomiónes in alle Richtungen.
Die Regierung hat nun drei Monate Zeit, um ihre Versprechungen zu erfüllen, wenn sie das nicht tut, dann geht das ganze wieder von vorne los - und wahrscheinlich auch noch etwas heftiger!
Mich ärgert nur, dass ich nicht schon eher wusste, dass ich drei Wochen in Popoy sein werde... dann hätte ich nämlich genauso gut mit Hermana Juana reisen können. Sie ist in den letzten drei Wochen von Ixiamas aus auf einem Boote (Einbaum!) den Madidi heruntergefahren...
Aber man kann ja nicht alles ahnen!
So war ich eben in Popoy und verbrachte drei wunderschöne und sehr ruhige Wochen mit viel Schlaf, viel Essen, viel Baden im Río Beni, Hausaufgabennachhilfe am Nachmittag, Stricken (!!) von Stofftieren, Faulenzen, Ratschen, Lesen, Briefe schreiben... wie das eben so ist!
Vor allem war es schön, wieder zurückzukommen, aufgenommen zu werden als wäre man niemals weggewesen und noch mal meine ganzen Freunde zu treffen.
Man gewöhnt sich auch ganz schnell wieder an die kalten Duschen, mit der Hand Wäsche waschen, aufstehen um sieben, Licht aus um halb elf, Kakerlaken, Moskitos und Schweineschlachten.
Am letzten Tag verabschiedete ich mich mit einer kleinen Verlosung - vermischt mit zwei Kisten Keksen verteilten sich so meine Klamotten, Mitbringsel und sonstiger Kram recht gerecht auf die über 130 Jungs und Mädls.
Ach ja, es fehlt noch der übliche Katastrophenbericht über die Fahrt in der Flota:
Bei der Hinfahrt waren wir bis Caranavi eine der ersten und schnellsten Flotas, aber man soll sich ja nie zu früh freuen: 20 Minuten hinter Caranavi war ein Teil des Motors (ich glaube es war die Kurbelwelle) kaputt, und bis der Chauffer mit einem Taxi bis nach Caranavi zurückgefahren war und das Ersatzteil eingebaut hatte, vergingen über 3 Stunden und ich kam erst um Mitternacht in Popoy an!
Auf der Rückfahrt waren wir eigentlich auch recht schnell dran, in Yolosa fing es aber dann zu regnen an und kurz später blieb ein entgegenkommender Camión liegen und konnte nicht passiert werden... so standen wir da wohl oder übel fünf Stunden und warteten bis der Camión auf die Seite geschafft war, so dass man vorbeikommen konnte.
Ansonsten ging alles gut... außer dass es in La Paz schweinekalt ist, es auf der Cumbre geschneit hat und es in der Stadt regnet! Primavera en Bolivia!
So... da war kurz und knapp alles der letzten drei Wochen.
Jetzt werde ich mich dran machen, die 129 (!!!) eingetroffenen Emails zu lesen! Danke schon mal im Voraus!
Vielleicht melde ich mich noch mal, vielleicht auch erst wieder Anfang nächster Woche aus Saarbrücken!!
Bis dahin muchos muchos saludos y abrazos!!
Edith "Clietch" oder "O´clock", wie ich in Popoy genannt werde - mit "Klee" kommen sie einfach nicht zurecht!
:-)